37 Millionen Deutsche leben von eigener Erwerbstätigkeit

Duisburg, 24. Juli 2018

Duisburg, 07. August 2018

Im vergangenen Jahr 2017 konnten rund 37 Millionen Menschen in Deutschland zwischen 18 und 64 ihren Lebensunterhalt durch eigene Arbeit bestreiten. Das waren sieben von zehn Erwachsenen und damit 72 Prozent, wie erste Ergebnisse des Mikrozensus 2017 vom Statistischen Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden veröffentlicht wurden.

Unterschiedlich hoch dagegen waren allerdings die Anteile von Männern und Frauen. So konnten 78 Prozent der Männer aber nur 66 Prozent der Frauen zwischen 18 und 64 Jahren überwiegend von ihrer Erwerbstätigkeit leben.

4,8 Millionen aller 18- bis 64-Jährigen, das sind neun Prozent lebten 2017 hauptsächlich von öffentlichen Leistungen allerdings Renten und Pensionen nicht eingerechnet. 13 Prozent nannten als Haupteinkommensquelle Einkünfte von Angehörigen so zum Beispiel von Partnerin oder Partnern oder auch Eltern. Das traf auf sieben Prozent aller Männer, aber eben auch 19 Prozent aller Frauen zu. Insgesamt waren das 6,5 Millionen Personen.

Für Personen im Alter von mindestens 65 Jahren waren 2017 Renten- und Pensionszahlungen die Haupteinkommensquelle. Da waren 89 Prozent oder 15,1 Millionen Personen. Bei den Männern waren es sogar 93 Prozent, bei Frauen immer noch 86 Prozent.

Jede zehnte Frau und damit zehn Prozent in dieser Altersklasse bestritt ihren Lebensunterhalt vorwiegend durch Einkünfte von Angehörigen, bei Männern dagegen eben nur 0,5 Prozent.

Im Jahr 2000 hatten 63 Prozent der 18- bis 64-Jährigen angegeben, von ihrer eigenen Erwerbstätigkeit zu leben. Das waren 33,3 Millionen Personen gewesen. Bei 52 Prozent der Frauen und bei 74 Prozent der Männer war damals die eigene Erwerbstätigkeit die überwiegende Quelle des Lebensunterhalts gewesen.

Vor 17 Jahren hatten, wie im Jahr 2017, rund neun Prozent der 18- bis 64-Jährigen überwiegend von öffentlichen Leistungen ohne Einrechnung von Rente und Pensionen gelebt. Während damals sechs Prozent der Männer von den Einkünften ihrer Angehörigen gelebt hatten, waren es bei den Frauen 29 Prozent gewesen. 

Qualifizierung für Wachstum und Arbeitsplätze in der EU

Duisburg, 22. Januar 2016

Duisburg, 26. Januar 2016

Mit verstärkten Investitionen für Qualifikationsmaßnahmen will die EU-Kommission für mehr Arbeitsplätze sorgen und ebenfalls ein größeres Wachstum schaffen. Das ist das erklärte Ziel der Brüsseler Behörde, das sie in ihrem aktuellen EU-Beschäftigungs- und Sozialbericht („Employment and Social Developments in Europe“) definitiv festlegte.

Zwar sieht sich die EU in den Bereichen Beschäftigung und Soziales auf einem guten Weg, macht dennoch große Unterschiede in den einzelnen Mitgliedsstaaten aus.

Besonders in die Menschen will die Kommission investieren, aber auch für effizientere Arbeitsmärkte sorgen.

Im Besonderen soll selbstständige Erwerbstätigkeit und Unternehmertum gefördert werden, vor allem darin sieht die EU ein großes, bisher ungenütztes Potential um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Das soll sowohl über einen einfacheren Zugang zu Finanzierungen bis zu Steueranreizen, von unternehmerischer Ausbildung bis zu Betreuungsangeboten für Kinder und ältere Menschen beinhalten.

Im Mittelpunkt des Berichtes steht natürlich auch die Langzeitarbeitslosigkeit von der derzeit rund 11,4 Millionen Menschen in der EU betroffen sind. Analysiert wurde von der EU-Kommission, dass Menschen, die bei der öffentlichen Arbeitsverwaltung ihres Landes gemeldet sind und an einer Aus- oder Weiterbildung teilnehmen, deutlich höhere Chancen haben, dauerhaft einen Arbeitsplatz zu finden.

In Aus- und Weiterbildung muß demnach wesentlich mehr investiert werden, als das bisher der Fall ist.

Marianne Thyssen, EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, stellte fest: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen in der EU ? vor allem die arbeitsmarktfernsten ? mehr und bessere Chancen vorfinden. Zugleich müssen wir in Qualifikationsmaßnahmen investieren, damit alle Frauen und Männer in der EU ihr gesamtes Potenzial ausschöpfen können. Wenn wir Wachstum und Arbeitsplätze wollen, müssen wir in Menschen investieren. Zugleich müssen wir sicherstellen, dass unser Arbeitsrecht und unsere Sozialschutzsysteme mit den Anforderungen des 21. Jahrhunderts Schritt halten, und Unternehmertum und Innovation fördern. Die europäische Säule der Sozialrechte wird dabei eine wichtige Rolle spielen“.

Erwerbstätigkeit auf höchstem Stand seit der Wiedervereinigung

Duisburg, 27. Januar 2016

Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich im vergangenen Jahr stabil robust bis gut entwickelt. Im Jahresdurchschnitt waren deutschlandweit 2.795.000 Menschen in Deutschland arbeitslos, 104.000 weniger, als noch im Vorjahr 2014, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte. Damit sank die Arbeitslosenquote um 0,3 Prozent auf 6,4 Prozent.

Ebenfalls rückgängig entwickelte sich die Unterbeschäftigung, die um 169.000 auf durchschnittlich 3.633.000 Unterbeschäftigte sank.

Die Bilanz der BA ergab, dass die “ Unterbeschäftigung im Jahresdurchschnitt stärker abgenommen hat als die Arbeitslosigkeit, erklärt sich mit der rückläufigen Entlastung durch arbeitsmarktpolitische Instrumente. Abnahmen verzeichneten vor allem Beschäftigungsschaffende Maßnahmen (einschließlich Beschäftigungszuschuss) sowie die auslaufende Altersteilzeit und die Sonderregelungen für Ältere. Leichte Zuwächse gab es bei der Fremdförderung, den Aktivierungsmaßnahmen und der beruflichen Weiterbildung.“

Bedingt durch die Abnahme der Arbeitslosigkeit hat sowohl die Erwerbstätigkeit als auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im vergangenen Jahr weiter zugenommen. Im Jahresdurchschnitt 2015 stieg diese um 329.000 auf 43.03 Millionen an. Das ist der höchste Stand seit der Wiedervereinigung.

Nach Meinung der BA ließen sich keine negativen Auswirkungen durch die Einführung des Mindestlohnes erkennen. Dagegen hat sich die Anzahl der geringfügig Beschäftigten reduziert.

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften hat sich deutlich aufstrebend entwickelt. Der Bestand gemeldeter Arbeitsstellen lag im Jahresdurchschnitt bei 569.000 offenen Stellen und damit deutlich über dem Wert der vergangenen Jahre.

Vor allem nachgefragt wurden 2015 Fachleute aus den Bereichen Verkehr und Logistik, Verkauf, Metall, Maschinen- und Fahrzeugbau, Mechatronik, Energie und Elektro sowie Gesundheit.

Zufrieden zeigten sich die Verantwortlichen der BA mit dem deutschen Arbeitsmarkt beim Jahresrückblick: „Der Arbeitsmarkt hat sich 2015 günstig entwickelt: Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist weiter gesunken, Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind dynamisch gewachsen, und die Einstellungsbereitschaft der Betriebe war das gesamte Jahr über sehr hoch“, fasste der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise in Nürnberg die Gesamtbilanz des deutschen Arbeitsmarktes 2015 zusammen.

Über 43 Millionen Erwerbstätige in Deutschland

Duisburg, 20. Februar 2015

Duisburg, 24. Februar 2015

Zum Ende des gerade abgelaufenen Jahres ist die Beschäftigung deutschlandweit auf unerwartete Höhen angestiegen. Zum ersten Mal nach der Wiedervereinigung sind nach den neuesten, vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in Wiesbaden über 43 Millionen Menschen in Deutschland in einem Beschäftigungsverhältnis.

Auch die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden steigt weiter an. Die Selbstständigkeit nimmt ist allerdings auf dem Rückzug.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Anzahl der Beschäftigten um 412.000 Personen an, und damit gleichzeitig um ein Prozent. Sowohl im zweiten als auch im dritten Quartal 2014 lag die Zuwachsrate jeweils bei 0,9 Prozent. Die Anstiegskurve der Beschäftigung nimmt somit stetig zu. Denn im Abgleich zum dritten Quartal erhöhte sich die Anzahl der Erwerbstätigen gleich um 165.000 und damit auch um 0,4 Prozent. Das entspricht in etwa dem durchschnittlichen Anstieg der Beschäftigung vom dritten zum vierten Quartal in den vergangenen fünf Jahren.

Der Zuwachs von Beschäftigung von 2013 zu 2014 entfiel zum größten Teil auf das Dienstleistungsgewerbe. In absoluten Zahlen wurden allerdings die größten Beschäftigungsgewinne in den Bereichen Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit einem Zuwachs von 116.000 Personen oder 1,1 Prozent, gefolgt von Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit einem Plus von 110.000 Personen oder + 1,1 Prozent und den Unternehmensdienstleistern mit einer Zunahme um 103.000 Personen und 1,8 Prozent festgestellt.

Im Produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe stieg die Zahl der Erwerbstätigen im vierten Quartal 2014 im Vergleich zu 2013 um 38.000 Personen oder 0,5 Prozent an, im Baugewerbe um 19.000 Personen der 0,8 Prozent sowie in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei um 13.000 Personen oder 2,1 Prozent an. Insgesamt stieg die Anzahl der Arbeitnehmer um 458.000 auf rund 38,7 Millionen an, dagegen sank die Zahl der Selbstständigen um 46.000 auf derzeit 4,4 Millionen.

Ebenfalls angestiegen ist die Summe der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätige, die sich derzeit nach einer Berechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit im vierten Quartal 2014 im Vergleich zum vierten Quartal 2013 um 0,7 Prozent auf 345 Stunden erhöhte.

Frauen arbeiten zwei Drittel unbezahlt

Duisburg, 19. Mai 2015

Die Arbeitszeit in den deutschen Haushalten sowie ehrenamtliches und freiwilliges Engagement sind wesentlich weniger geworden, als noch vor zehn Jahren. Das ergab eine aktuelle Untersuchung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in Wiesbaden. Erwerbstätige Mütter arbeiten im Durchschnitt zehn Stunden weniger im Job als Frauen ohne Kind.

Danach teilte sich die Arbeitszeit der Erwachsenen in Deutschland 2012/2013 auf 24,5 Stunden pro Woche für unbezahlte Arbeit und 20,5 Wochenstunden für Erwerbsarbeit auf. Frauen leisteten im Schnitt sogar eine Arbeitsstunde mehr als Männer, insgesamt waren es beim weiblichen Geschlecht 45,5 Stunden.

Laut Statistischem Bundesamt zählt zur unbezahlten Arbeit „neben der Haushaltsführung und Betreuung von Haushaltsmitgliedern auch die Unterstützung von Personen in anderen Haushalten sowie ehrenamtliches und freiwilliges Engagement.“

Insgesamt leisten Frauen im Schnitt zwei Drittel ihrer Arbeit unbezahlt, bei den Männern ist es dagegen weniger als die Hälfte.

Eine weitere Untersuchung der Wiesbadener Statistiker anlässlich des Internationalen Familientages ergab, dass erwerbstätige Mütter im Alter von 25 bis 49 Jahren rund 27 Stunden pro Woche durchschnittlich berufstätig sind. Gleichaltrige Frauen ohne im Haushalt lebendes Kind waren durchschnittlich gut 37 Stunden wöchentlich berufstätig und somit rund zehn Stunden mehr als Frauen mit Kindern.

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung: „Der Zeitaufwand für Arbeit unterscheidet sich deutlich zwischen Haushalten mit und ohne Kind. Eltern zwischen 18 und 64 Jahren in Alleinerziehenden- und Paarhaushalten arbeiteten im Durchschnitt gut 58 Stunden je Woche. Das waren über 9,5 Stunden mehr als bei Paaren ohne Kind und Alleinlebenden derselben Altersgruppe (48,5 Stunden). Die Differenz ergibt sich vorrangig durch 10,5 Stunden mehr unbezahlte Arbeit, die etwa bei der Kinderbetreuung oder der Haushaltsführung anfällt.“

Deutsche Frauen arbeiten mehr als der EU-Durchschnitt

Duisburg, 11. März 2014

Duisburg, 22. April 2014

Der Anteil der erwerbstätigen Frauen steigt in Deutschland von Jahr zu Jahr an. In den vergangenen zehn Jahren sogar mehr als nur deutlich. Und auch deutlich mehr als im EU-Durchschnitt. Insgesamt waren 2012 in Deutschland 17,7 Millionen Frauen im Alter zwischen 20 bis 64 Jahren erwerbstätig.

Das sind 71,5 Prozent der gesamten Altersgruppe. Das ergab eine aktuelle Untersuchung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in wiesbaden.

Noch höher waren die Erwerbstätigenquoten nur in den Niederlanden mit 71,9 Prozent, in Dänemark mit 72,2 Prozent, in Finnland mit 72,5 Prozent und vor allem Schweden mit 76,8 Prozent. Der EU-Durchschnitt lag dagegen bei nur 62,3 Prozent.

Die Erwerbstätigkeit von Frauen in Deutschland hat in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen. 2002 lag die Erwerbstätigenquote von Frauen in Deutschland noch bei 61,8 Prozent. Die stärkste Zunahme wiesen dabei die älteren Frauen auf. Die Erwerbstätigenquote der 60- bis 64-Jährigen stieg von 14,5 Prozent im Jahr 2002 auf 38,7 Prozent im Jahr 2012 an.

Trotz des starken Anstiegs sind Frauen aber weiterhin deutlich seltener erwerbstätig als Männer. Die Erwerbstätigenquote der Männer von 20 bis 64 Jahren in Deutschland lag 2012 bei 81,8 Prozent.