NRW startet in den Sommer der Berufsausbildung

Duisburg, 21. Juni 2021

In der laufenden Woche vom Montag 21. bis einschließlich Freitag 25. Juni dreht sich in Nordrhein-Westfalen (NRW) alles um die Berufsausbildung. Alle 30 Agenturen für Arbeit haben von 8 bis 20 Uhr Beratungshotlines für Jugendliche und Eltern geschaltet, die sich zur Berufsausbildung informieren und beraten lassen wollen, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Düsseldorf mit. Dazu kommen vor Ort viele Orientierungs- und Beratungs-Veranstaltungen der Arbeitsagenturen, gemeinsam mit ihren Ausbildungsmarktpartnern wie Handwerkskammern oder Industrie- und Handelskammern. Die Aktionswoche ist Teil des bundesweiten „Sommers der Berufsausbildung“.

Viele Wege führen ins Berufsleben. Doch welcher ist der individuell richtige? Viele Schülerinnen und Schüler suchen aktuell noch die richtige Antwort auf solche und ähnliche Fragen. Mit den Auswirkungen der Pandemie klarzukommen hat viel Kraft gekostet, die Schule volle Konzentration erfordert. Doch was kommt nach dem Abschluss?

Um Jugendlichen und ihren Eltern in dieser Situation aktiv zur Seite zu stehen, vermitteln die Agenturen für Arbeit – gemeinsam mit ihren lokalen Partnern am Ausbildungsmarkt – in der Aktionswoche vom 21. bis zum 25. Juni Schülerinnen und Schüler das notwendige Know How, damit sie erfolgreich ins Berufsleben starten können.

Und viele gute Chancen für den gelungenen Einstieg sind da: Kurz vor den Sommerferien sind in NRW noch rund 46.000 Ausbildungsplätze frei, viele Ausbilderinnen und Ausbilder suchen händeringend den passenden Nachwuchs.

m Mittelpunkt der Aktionswoche steht die persönliche Beratung. Die Berufsberaterinnen und Berufsberater haben in allen 30 Agenturen für Arbeit Beratungshotlines für Jugendliche und ihre Eltern geschaltet, in der Aktionswoche ist dieser direkte Draht zu Information, Beratung und Vermittlung von Montag bis Donnerstag landesweit von 8.00 bis 20.00 Uhr besetzt.

Beratung gibt es auch mit dem persönlichen Videochat: Die Agenturen für Arbeit bieten Jugendlichen die Möglichkeit, sich einfach und unkompliziert face-to-face von zu Hause aus beraten zu lassen. Das hat Vorteile, etwa dann, wenn interessante Informationen schnell und unkompliziert über den Bildschirm geteilt werden können.

Anzahl der Auszubildenden im dualen System in NRW um 3,4 Prozent gesunken

Im vergangenen Jahr 2020 befanden sich in Nordrhein-Westfalen (NRW) insgesamt 289.524 Auszubildende im dualen System. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen aus Düsseldorf als statistisches Landesamt veröffentlichte, waren das 3,4 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Die Zahl der männlichen Auszubildenden ist dabei um 2,7 Prozent zurückgegangen, bei den weiblichen Auszubildenden lag der Rückgang bei 4,8 Prozent. Im Gegensatz dazu war die Zahl der ausländischen Auszubildenden mit 31.683 um 0,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Lediglich im öffentlichen Dienst und in der Landwirtschaft ist die Zahl der Auszubildenden nahezu konstant geblieben. Der Bereich „Sonstige“ wie Hauswirtschaft verzeichnete mit 6,1 Prozent den stärksten Rückgang auf 1.056 Azubis. Im größten Ausbildungsbereich „Industrie, Handel u. a.“ sank die Zahl der Auszubildenden um 4,7 Prozent auf 166.770. In den Bereichen „Handwerk“ und „Freie Berufe“, zu denen u. a. Ärztinnen und Ärzte, Apotheker/-innen und Steuerberater/-innen zählen, verringerte sich die Zahl der Auszubildenden ebenfalls, so im „Handwerk” mit einem Rückgang von 1,5 Prozent auf 78.714, sowie im Bereich „Freie Berufe“ mit einem Minus von zwei Prozent auf 27.774.

Die Zahl der im Jahr 2020 neu abgeschlossenen und am Jahresende noch bestehenden Ausbildungsverträge ist um 10,8 Prozent auf 103.188 zurückgegangen. Außerdem wurden 31.251 Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst, ein Minus von 9,3 Prozent. Von den 95.949 Teilnehmer/-innen an Abschlussprüfungen haben 89,7 Prozent. demnach 86.043 ihre Prüfung auch bestanden. Im Jahr 2019 hatte die Erfolgsquote mit 90,4 Prozent auf einem ähnlichen Niveau gelegen. Im Öffentlichen Dienst lag der Anteil der bestandenen Abschlussprüfungen im Jahr 2020 bei 93,4 Prozent.

Coronakrise trifft vor allem einkommensschwache Familien

Die finanziellen Folgen der Coronakrise spüren vor allem einkommensschwache Familien. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts aus München unter 2 216 Eltern hervor. Für ein Drittel der Befragten ist das Geld zum Ende des Monats häufiger knapp als vor der Pandemie. „Besonders betroffen sind Familien unterhalb der Armutsgrenze, Familien mit nur einem berufstätigen Elternteil und Eltern, die nicht im Homeoffice arbeiten können“, sagt ifo-Forscher Benjamin Arold. Aber insgesamt geben drei Viertel der Befragten an, dass sie in der Coronakrise gut zurechtkommen.

Die finanziellen Schwierigkeiten haben für 41 Prozent konkrete Folgen. „In den 12 Monaten vor der Befragung haben sie beispielsweise Mahnungen wegen verpasster Zahlungen erhalten oder Überziehungskredite in Anspruch nehmen müssen. 7 Prozent der Eltern mussten aus Geldnot sogar auf Mahlzeiten verzichten“, sagt Arold. Etwa die Hälfte der befragten Eltern (47 Prozent) änderte ihren Konsum in der Coronakrise und leistete sich weniger als zuvor.

Grundlage der Ergebnisse ist eine Online-Befragung unter 2 216 Eltern im November 2020, als sich Deutschland im zweiten Lockdown befand. Zielgruppe der Befragung waren Familien, die über ein Haushalts-Nettomonatseinkommen unter 3 000 Euro verfügen und deren minderjährige Kinder im selben Haushalt leben.

BAföG grundlegend überarbeiten

Duisburg, 15. Juni 2021

Das Bundesverwaltungsgericht stellt mit einem aktuellen Richterspruch infrage, ob das BAföG verfassungsfest ist. Die Bedarfssätze der Studierendenförderung seien zu niedrig, weil sie unter dem notwendigen Existenzminimum liegen. Das BAföG gehöre nun grundlegend verbessert, die Studierenden sollten Widerspruch gegen ihre jetzigen Bewilligungsbescheide einlegen, fordert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack, wie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) veröffentlichte.

Dass strukturelle Armut unter Studierenden weit verbreitet ist, hatte bereits die Nothilfe für Studierende angesichts der Corona-Krise offen gelegt. Das BAföG wurde in den 50 Jahren seines Bestehens Stück für Stück ausgetrocknet. Wir brauchen endlich einen Neustart für das BAföG. Dazu zählt ein satter Aufschlag bei den Elternfreibeträgen und den Bedarfssätzen und in Zukunft eine regelmäßige und automatische Anpassung der BAföG-Sätze an die Lebenshaltungskosten. Es darf keine halben Sachen mehr bei der BAföG-Reform geben.

Bei der Corona-Nothilfe mussten die Studierendenwerke zahlreiche Anträge ablehnen: Die Antragstellenden waren zwar auch nach der Definition der Corona-Nothilfe arm, doch die finanzielle Notlage bestand schon vor der Pandemie.

„Die staatliche Studienfinanzierung erreicht nur noch einen kleinen Teil der Studierenden. Fast 90 Prozent von ihnen bekommen kein BAföG“, betonte Hannack. „ Das Bundesverwaltungsgericht hat nun festgestellt, dass der Regelbedarf im BAföG das ausbildungsbezogene Existenzminimum nicht absichert. Die Frage der Vereinbarkeit des Bedarfssatzes mit den Sozialstaatsbestimmungen des Grundgesetzes liegt jetzt beim Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung.

Bedeutung von Investitionen in lebenslanges Lernen

Die Länder müssen mehr tun, um Menschen lebenslanges Lernen zu ermöglichen, damit diese sich in der durch Globalisierung und COVID-19-Pandemie schnell verändernden Arbeitswelt zurechtzufinden. Dies zeigt der aktuelle OECD Skills Outlook 2021. Der Studie zufolge kommt der öffentlichen Hand eine Schlüsselrolle bei der Ermöglichung eines effektiven und inklusiven lebenslangen Lernens zu, es bleibt aber noch viel zu tun. So sollte unbedingt ein Teil der für den Aufschwung bereitgestellten Ressourcen in Programme für lebenslanges Lernen investiert werden.

Dabei sollten alle wichtigen Stakeholder eingebunden werden und der Fokus auf besonders betroffene Gruppen gelegt werden, insbesondere junge Menschen, Menschen die weder in Beschäftigung noch in Bildung oder Ausbildung stehen (NEETs) und diejenigen, deren Arbeitsplätze am stärksten vom Wandel bedroht sind.

Schon vor der Pandemie nahmen nur zwei von zehn Erwachsenen mit niedrigem Bildungsstand an einer formalen oder berufsbegleitenden Weiterbildung teil, verglichen mit sechs von zehn Erwachsenen mit hohem Bildungsstand. Die Teilnahme an Bildungsangeboten für Erwachsene ist auch von Land zu Land sehr unterschiedlich: Weniger als 25 Prozent der Erwachsenen in Griechenland, Italien, Mexiko und der Türkei geben an, an der Weiterbildung teilzunehmen, verglichen mit über 55 Prozent in Dänemark, Finnland, Neuseeland, Norwegen und Schweden.

Die Pandemie kann sich auch auf das Lernverhalten von Kindern und Jugendlichen auswirken. Die Unterbrechungen des regulären Schulunterrichts führten dazu, dass viele Kinder in der Entwicklung ihrer Fähigkeiten weniger Fortschritte machten als erwartet. Kurzfristig könnte die Pandemie zu mehr Schulabbrechern führen. Mittel- und langfristig könnte die aktuelle Schülergeneration eine weniger positive Lerneinstellung entwickelt – und das in einer Zeit tiefgreifender struktureller Veränderungen, die es erforderlich machen, dass der Einzelne seine Fähigkeiten ein Leben lang verbessert, warnt der Bericht.

Um mehr Menschen in die Lage zu versetzen, weiter zu lernen und ihre Fähigkeiten auf dem neusten Stand zu halten, sollten sich die Länder laut dem Bericht auf drei Schlüsselthemen konzentrieren

  • Die Lernenden in den Mittelpunkt des Lernens stellen: Vielfältige Lernmöglichkeiten können die Qualität von Bildung und Ausbildung verbessern. Die Politik muss integrativ, erschwinglich, zugänglich und anpassungsfähig sein.
  • Fähigkeiten für ein ganzes Leben: Lebenslanges Lernen beruht auf soliden Grundfähigkeiten wie Lese-, Schreib- und Rechenkenntnissen, der Bereitschaft zu lernen und der Gewohnheit, zu lernen. Die Politik sollte sich die Möglichkeiten von Technologie zunutze machen und dabei auch die Auswirkungen berücksichtigen, die die Technologie auf bestehende Qualifikationsunterschiede und die Schaffung neuer Ungleichheiten haben kann.
  • Starke Koordinierung für hochwertiges, integratives Lernen: Die Politik sollte eine starke Koordinierung, Wissensmanagement und Informationsaustausch aufbauen, um das lebenslange Lernen auf das erforderliche Niveau zu bringen. Die Politik sollte auf eine Verbesserung der Anerkennungs-, Validierungs- und Akkreditierungsverfahren abzielen, um die Sichtbarkeit und Übertragbarkeit der in diesen Programmen vermittelten Fähigkeiten zu erhöhen.

Arbeitsleistung je Erwerbstätigen lag 2019 in NRW bei 1.354 Stunden

Die durchschnittliche Arbeitsleistung war in Nordrhein-Westfalen (NRW) im Jahr 2019 mit 1.354 Stunden je Erwerbstätigen um eine Stunde bei einem Rückgang um 0,1 Prozent niedriger als 2018. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt aus Düsseldorf bekannt gab, lag die Entwicklung für NRW damit unter dem Bundestrend, wo im Vergleich von 2019 zu 2018 ein Minus von 0,3 Prozent errechnet wurde.

Die höchsten Pro-Kopf-Arbeitsleistungen ermittelten die Statistiker für das Jahr 2019 überwiegend entlang der Rheinschiene: Spitzenreiter war Düsseldorf mit einer durchschnittlichen Jahresarbeitsleistung von 1.406 Stunden je Erwerbstätigen, gefolgt von den Kreisen Mettmann mit 1.381 Stunden und Gütersloh mit 1.380 Stunden sowie Köln mit 1.377 Stunden und Leverkusen mit 1.374 Stunden. Die landesweit niedrigsten Werte wurden für Oberhausen mit 1.314 Stunden und den Kreis Wesel mit 1.304 Stunden ermittelt.

Im Vergleich zum Vorjahr waren die Ergebnisse in den meisten Kreisen und kreisfreien Städten rückläufig: Den höchsten Rückgang der Pro-Kopf-Arbeitsleistung gab es in Bottrop mit einem Minus von 0,5 Prozent, der höchste Zuwachs war für Oberhausen mit einem Plus von 0,9 Prozent zu verzeichnen.

Im Baugewerbe verringerte sich die jährliche Arbeitszeit um 1,5 Prozent oder 24 Stunden und damit stärker als im NRW-Durchschnitt. Im Bereich „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ ist die jährliche Arbeitszeit um 0,4 Prozent gesunken. In den Bereichen „Produzierendes Gewerbe ohne Baugewerbe“ und „Verarbeitendes Gewerbe“ ist die jährliche Arbeitszeit um 0,3 Prozent oder um fünf Stunden gesunken.

Im Wirtschaftszweig „Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ ergab sich ein Anstieg der jährlichen Arbeitszeit um 0,2 Prozent oder um drei Stunden. Die Wirtschaftszweige „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen“ und „Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung, Gesundheit“ ist die jährliche Arbeitszeit konstant geblieben.

Arbeitslosenquote im Euroraum bei acht Prozent

Im April 2021 lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Euroraum bei acht Prozent, ein Rückgang von 8,1 Prozent im Vergleich zu März 2021 und ein Anstieg von 7,3 Prozent gegenüber April 2020. Die Arbeitslosenquote in der EU lag im April 2021 bei 7,3 Prozent, unverändert im Vergleich zu März 2021 und ein Anstieg von 6,7 Prozent gegenüber April 2020. Diese aktuellen Daten wurden von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union (EU) aus Luxemburg veröffentlicht.

Nach Schätzungen von Eurostat waren im April 2021 in der EU 15.380 Millionen Männer und Frauen arbeitslos,
davon 13.030 Millionen im Euroraum. Gegenüber März 2021, sank die Zahl der arbeitslosen Personen in der EU
um 165.000 und um 134.000 im Euroraum. Gegenüber April 2020, stieg die Zahl der arbeitslosen Personen in der
EU um 1.406 Millionen und um 1.275 Millionen im Euroraum.

Im April 2021 waren in der EU 2.939 Millionen Personen im Alter unter 25 Jahren arbeitslos, davon
2.348 Millionen im Euroraum. Die Jugendarbeitslosenquote lag im April 2021 bei 17,1 Prozent in der EU und bei 17,2 Prozent im Euroraum, unverändert in beiden Gebieten gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zu März 2021, sank die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen in der EU um 21.000 und um 18.000 im Euroraum. Im Vergleich zu April 2020
stieg die Jugendarbeitslosigkeit in der EU um 211.000 und um 126.000 im Euroraum.

Im April 2021 lag die Arbeitslosenquote für Frauen in der EU bei 7,6 Prozent, ein Rückgang von 7,7 Prozent im Vergleich zu März 2021. Die Arbeitslosenquote für Männer lag im April 2021 in der EU bei sieben Prozent, unverändert gegenüber März 2021. Die Arbeitslosenquote für Frauen sank im Euroraum von 8,5 Prozent im März 2021 auf 8,4 Prozent im April 2021, während sie für Männer unverändert bei 7,7 Prozent blieb.

Teilzeitquote liegt so niedrig wie zuletzt vor fünf Jahren

Duisburg, 09. Juni 2021

Die Teilzeitquote ist gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,4 Prozentpunkte deutlich gesunken und lag im ersten Quartal 2021 bei 38,2 Prozent. Dies geht aus der aktuellen Arbeitszeitrechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Zuletzt lag die Teilzeitquote im ersten Quartal 2016 mit 38,1 Prozent niedriger. Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten ist mit -2,2 Prozent deutlich stärker gesunken als die der Vollzeitbeschäftigten mit -0,7 Prozent. Ausschlaggebend für die Entwicklung bei den Teilzeitbeschäftigten ist der kräftige Rückgang der geringfügigen Beschäftigung.

Die Wochenarbeitszeit bei den Teilzeitbeschäftigten ist gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,6 Prozent gestiegen, während sie bei den Vollzeitbeschäftigten nahezu gleichgeblieben ist. Der Anstieg der Arbeitszeit bei Teilzeitbeschäftigten ist auf den weiter sinkenden Anteil geringfügig Beschäftigter in dieser Gruppe zurückzuführen. Vollzeitbeschäftigte arbeiteten im Durchschnitt rund 38,2 Stunden und Teilzeitbeschäftigte rund 18 Stunden.

Infolge der Covid-19-Pandemie ist das Arbeitsvolumen gegenüber dem ersten Quartal 2020 um 5,5 Prozent auf rund 14,8 Milliarden Stunden gesunken. Während das Arbeitsvolumen im vierten Quartal 2020 gegenüber dem entsprechenden Quartal des Vorkrisenjahres 2019 um 3,8 Prozent zurückgegangen ist, fiel der Rückgang mit 7,2 Prozent im ersten Quartal 2021 gegenüber dem entsprechenden Quartal in 2019 fast doppelt so hoch aus. Die Zahl der Erwerbstätigen ist im ersten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,6 Prozent gesunken und lag bei knapp 44,4 Millionen Personen.

Die Kurzarbeit liegt weiterhin auf einem außerordentlich hohen Niveau. Im Vergleich zum Vorquartal ist die Zahl der Kurzarbeitenden im ersten Quartal 2021 um 1 Million auf rund 3,44 Millionen Personen gestiegen. Dies führte dazu, dass der Arbeitsausfall je Beschäftigten mit 16,6 Stunden massiv gestiegen ist. Der Krankenstand ist im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,6 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent gesunken.

„Die Corona-Krise hat die Minijobs besonders hart getroffen. Der Jahresanfang 2021 war der zweite Tiefpunkt der Corona-Krise“, erklärt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“. Ebenso wie Minijobs seien Nebenjobs generell häufig kurzfristig angelegt und viele dieser Jobs sind weggefallen. 3,8 Millionen Beschäftigte gingen einer Nebentätigkeit nach, das sind 4,2 Prozent weniger als im ersten Quartal 2020. Die sozialversicherungspflichtige Teilzeitbeschäftigung weist dagegen keinen besonderen Rückgang auf.

„Sommer der Berufsausbildung“ startet

Die duale Ausbildung ist ein attraktives Erfolgsmodell mit Zukunft. Es ist aufgrund der Corona-Pandemie gerade nicht leicht, Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt zusammenzubringen. Im Sommer der Berufsausbildung“ wollen die Partner der „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ von Juni bis Oktober 2021 deshalb bei jungen Menschen und Betrieben für dieses Erfolgsmodell werben. Mit Themenaktionstagen und einer breiten Auswahl an Veranstaltungen auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene sollen die vielfältigen Unterstützungsangebote bekannter gemacht werden. Das gemeinsame Ziel ist, dass möglichst viele junge Menschen im Jahr 2021 ihre Berufsausbildung im Betrieb beginnen können.

„Im Sommer der Berufsausbildung‘ stehen Bund, Länder und Sozialpartner zusammen, um junge Menschen auf die passende Ausbildungsstelle zu bringen. Die Corona-Pandemie hat es ihnen auch in diesem Jahr sehr viel schwieriger gemacht, einen konkreten Eindruck von Berufen und Betrieben zu gewinnen. Das holen wir jetzt nach: Wir zeigen leistungsfähige Ausbildungszentren und nutzen innovative Formate der Berufsorientierung. Damit werden wir junge Talente überzeugen, den Start ins Ausbildungsjahr 2021 zu wagen. Ich bin von der Leistungsfähigkeit des dualen Systems überzeugt. Es ist für viele Jugendliche eine konkrete und zukunftsweisende Alternative zur Hochschule.“ fasste Bundesbildungsministerin Anja Karliczek aus ihrer Sicht die Aktion „Sommer der Berufsausbildung“ zusammen.

Alleinerziehende Frauen häufig von Überschuldung betroffen

Im vergangenen Jahr 2020 haben nahezu genauso viele Frauen wie Männer die Dienste einer Schuldner- oder Insolvenzberatungsstelle in Anspruch genommen. Insgesamt ließen sich rund 588.000 Personen beraten, davon waren 273.000 Frauen mit 46,4 Prozent und 315.000 Männer mit 53,6 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung 2021 weiter mitteilte, ergaben sich je nach Haushalts- beziehungsweise Familiensituation deutliche Unterschiede. So waren 13,8 Prozent der beratenen Personen alleinerziehende Frauen, ihr Anteil in der Gesamtbevölkerung betrug aber nur 5,2 Prozent. Alleinlebende Männer waren ebenfalls überproportional häufig von Überschuldung betroffen: Während auf sie 29,9 Prozent der von Schuldnerberatungsstellen betreuten Personen entfielen, betrug ihr Anteil in der Gesamtbevölkerung lediglich 19,5 Prozent.

Fast jede dritte alleinerziehende und überschuldete Frau mit 29 Prozent sowie jeder fünfte alleinlebende und überschuldete Mann mit 20 Prozent war geschieden. Paare ohne Kinder waren hingegen vergleichsweise selten überschuldet. Kinderlose Paare stellten 13,7 Prozent der überschuldeten Personen, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung lag etwa doppelt so hoch mit 28,2 Prozent.

Betrachtet man die beratenen Überschuldeten nach dem Alter, so waren 25- bis 44-Jährige besonders häufig betroffen. Während sie nur 30,2 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachten, kam mehr als die Hälfte der Klientinnen und Klienten von Beratungsstellen aus dieser Altersgruppe mit 51,6 Prozent. Personen ab 65 Jahren nahmen die Dienste von Schuldnerberatungsstellen hingegen kaum in Anspruch: Obwohl sie ein gutes Viertel der Gesamtbevölkerung stellten mit 25,1 Prozent, waren nur 7,5 Prozent der beratenen Personen in diesem Alter. Über die Gründe hierfür liegen seitens der Überschuldungsstatistik keine Angaben vor. Möglicherweise ist die eigene Zahlungsunfähigkeit gerade in dieser Altersgruppe ein Tabuthema. Auch könnten ältere Menschen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sein, eine Beratungsstelle aufzusuchen.

Durchschnittlich betrugen die Verbindlichkeiten von beratenen überschuldeten Personen 29.230 Euro, wobei Männer mit 33.050 Euro über dem Durchschnitt und Frauen mit 24.830 Euro darunterlagen. Nach dem Alter betrachtet trugen die über 65-Jährigen mit 49.930 Euro die höchste durchschnittliche Schuldenlast. Die größte Altersgruppe in Schuldnerberatung, die 25 bis 44-Jährigen, waren mit 22.270 Euro unterdurchschnittlich überschuldet.