50 Jahre BAföG in der Bundesrepublik Deutschland

Duisburg, 20. Januar 2021

Im laufenden Jahr 2021 wird das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) 50 Jahre alt. Die Zahl der jährlich BAföG-Geförderten hat mittlerweile kumuliert seit Beginn des BAföG die 35-Millionen-Marke deutlich überschritten, wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bekannt gab. Der Staat hat mit dem BAföG in 50 Jahren über 90 Milliarden Euro bereitgestellt.

Bis 2015 wurden die Mittel zu 65 Prozent vom Bund, zu 35 Prozent von den Ländern aufgebracht; seit 2016 trägt der Bund die Aufwendungen zu 100 Prozent. Allein zwischen 1991 und 2019 ist der durchschnittliche Förderbetrag von 290 Euro auf 514 Euro pro Studierenden und von 228 Euro auf 473 Euro pro Schülerin und Schüler gestiegen. Allein in der aktuellen Wahlperiode stehen 1,3 Milliarden Euro zusätzlich für die Förderung bereit.

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) trat am 1. September 1971 in Kraft. Sinn und Zweck des BAföG ist, diejenigen junge Menschen in Ausbildung zu unterstützen, deren Eltern im Rahmen ihrer Unterhaltspflicht aus finanziellen Gründen nicht in der Lage sind, eine schulische Berufsausbildung oder ein Studium zu finanzieren.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek zog aus ihrer Sicht zum BAföG Jubiläum Bilanz: „Ich freue mich über 50 Jahre BAföG. In zu vielen Regionen der Welt scheitert der Zugang zur höheren Bildung am Geldbeutel der Eltern. Das ist in Deutschland dank des BAföG zum Glück anders. Wenn wir das BAföG nicht hätten, müssten wir es erfinden. Das BAföG hat sich über die Jahrzehnte zur verlässlichen Unterstützungsleistungen für junge Menschen in unserem Land entwickelt. Es ist ein stabiler Anker für die Finanzierung von Schulausbildung und Studium. Mit der Einführung des BAföG wurde in Deutschland das Sprungbrett geschaffen für den Aufstieg durch Bildung. Unzählige Menschen konnten mithilfe der Unterstützung durch das BAföG ihren ganz eigenen Bildungs- und Berufsweg gehen. Gerade in den Anfangsjahren der 70er und 80er-Jahre hat das BAföG insbesondere Mädchen und Frauen den Weg auf das Gymnasium und ins Studium ermöglicht. Das BAföG ist eine große soziale Errungenschaft in unserem Land für mehr Chancengerechtigkeit und zur Stärkung von Frauen. Auf die vielen persönlichen Erfolgsgeschichten in unserem Land, die das BAföG maßgeblich unterstützt hat, können wir als Gesellschaft stolz sein.

Im Jahr 2021 wird das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) 50 Jahre alt. Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek:

„Ich freue mich über 50 Jahre BAföG. In zu vielen Regionen der Welt scheitert der Zugang zur höheren Bildung am Geldbeutel der Eltern. Das ist in Deutschland dank des BAföG zum Glück anders. Wenn wir das BAföG nicht hätten, müssten wir es erfinden. Das BAföG hat sich über die Jahrzehnte zur verlässlichen Unterstützungsleistungen für junge Menschen in unserem Land entwickelt. Es ist ein stabiler Anker für die Finanzierung von Schulausbildung und Studium.

Mit der Einführung des BAföG wurde in Deutschland das Sprungbrett geschaffen für den Aufstieg durch Bildung. Unzählige Menschen konnten mithilfe der Unterstützung durch das BAföG ihren ganz eigenen Bildungs- und Berufsweg gehen. Gerade in den Anfangsjahren der 70er und 80er-Jahre hat das BAföG insbesondere Mädchen und Frauen den Weg auf das Gymnasium und ins Studium ermöglicht. Das BAföG ist eine große soziale Errungenschaft in unserem Land für mehr Chancengerechtigkeit und zur Stärkung von Frauen. Auf die vielen persönlichen Erfolgsgeschichten in unserem Land, die das BAföG maßgeblich unterstützt hat, können wir als Gesellschaft stolz sein.

Mit dem BAföG verbinde ich den Anspruch, dass wir jedem Menschen in unserem Land die bestmögliche Förderung von Talenten und Fertigkeiten ermöglichen. Als Innovationsland Deutschland können wir nur dann Erfolg haben, wenn möglichst viele Schultern mitwirken. In dieser Legislaturperiode haben wir das BAföG durch eine dreistufige Anpassung nochmals verbessert: Wir haben die Elternfreibeträge angehoben und ermöglichen damit mehr jungen Menschen Zugang zum BAföG. Wir haben den Wohnzuschlag für Studierende deutlich erhöht; er liegt jetzt bei 325 Euro. Und wir haben die tatsächlichen Bedarfssätze angehoben, um dem Umstand steigender allgemeiner Lebenshaltungskosten Rechnung zu tragen. Ich werbe bei allen jungen Menschen für die Chancen durch das BAföG. Sorgen über die Finanzierung von Schule, Ausbildung oder Studium können durch das BAföG entkräftet werden. Jungen Menschen in Deutschland, die diese Sorgen heute umtreiben, sage ich: Informiert Euch über das BAföG, lasst Euch persönlich beraten und stellt einen Antrag“

ACHTUNG!!! Späterer START!!! Prüfungsvorbereitung erst ab 27. Januar 2021. Anmeldung hier contact@its-bildung.de

Duisburg, 16. Januar 2021

Wer kann nicht Unterstützung für die Vorbereitung seiner Prüfung brauchen? Ab Mittwoch, 27. Januar 2021 bieten wir speziell für Auszubildende Prüfungsvorbereitungskurse an. Mit unserer Hilfe, das werden sie sehen, werden sie ganz sicher bestens vorbereitet in die schriftliche, als auch in die mündliche Prüfung gehen. Wir bereiten sie darauf bestens vor. Die Erfolgsquoten sprechen für sich!!!

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Am Mittwoch, 27. Januar 2021 starten wir wieder unsere erfolgreiche Prüfungsvorbereitung. Für folgende Berufsbilder bieten wir unsere Kurse an:

  • Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung
  • Kaufleute für Büromanagement
  • Alle anderen kaufmännischen Berufsbilder
  • Fachkräfte Lagerlogistik
  • Fachlagerist/in
  • Fachkräfte für Hafenlogistik

Melden sie sich schon jetzt gleich bei uns, wir informieren sie gerne. Anmeldungen für unsere Kurse sind ab sofort möglich.

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3,2 Millionen Familien mit jüngeren Kindern mit erwerbstätigen Elternteilen

Mit der Verlängerung des Lockdowns in Deutschland bleibt auch der Regelbetrieb in Schulen und Kitas in den meisten Bundesländern ausgesetzt. Berufstätige Eltern müssen Arbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut bekommen – vor allem für Eltern jüngerer Kinder und Alleinerziehende eine enorme Herausforderung. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden publikmachte, gab es 2019 rund fünf Millionen Paarfamilien mit Kindern unter elf Jahren in Deutschland, in denen mindestens ein Elternteil berufstätig war. In knapp 3,2 Millionen Familien mit jüngeren Kindern waren beide Elternteile erwerbstätig – das entspricht gut zwei Dritteln aller Paarfamilien mit Kindern unter elf Jahren, demnach 68 Prozent. 

Für Alleinerziehende ist der Spagat zwischen Arbeit und Kinderbetreuung besonders schwierig. 1,1 Millionen Kinder im Kita- und Grundschulalter lebten zuletzt bei einem Elternteil. Im Jahr 2019 waren 581.000 Alleinerziehende mit Kindern unter elf Jahren erwerbstätig. Davon arbeiteten 41 Prozent in Vollzeit, mit 241.000 Personen, die übrigen in Teilzeit. Der überwiegende Teil der erwerbstätigen Alleinerziehenden mit jüngeren Kindern waren Frauen, somit 90 Prozent. 

Die Kultusministerkonferenz beschloss am 4. Januar eine Wiederaufnahme des Regelbetriebs in Schulen in mehreren Stufen. Danach sollen, sobald es das Infektionsgeschehen zulässt, zunächst Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6 in den Präsenzunterricht zurückkehren. Das könnte vor allem für berufstätige Eltern mit Kindern unter 13 Jahren die Betreuungssituation entspannen. 2019 gab es 5,7 Millionen Familien mit Kindern im Alter von 0 bis 12 Jahren, in denen mindestens ein Elternteil erwerbstätig war.

In 3,6 Millionen Paarfamilien mit Kindern unter 13 Jahren waren beide Elternteile erwerbstätig. Bei den erwerbstätigen Alleinerziehenden hatten 730.000 Kinder im Alter von 0 bis 12 Jahren, 310.000 von ihnen arbeiteten in Vollzeit, was einem Anteil von 42 Prozent entspricht. 

Arbeit-von-morgen-Gesetz

Mit dem neugeschaffenen „Arbeit-von-morgen-Gesetz“ sollen die Förderinstrumente der Arbeitsmarktpolitik weiterentwickelt werden, um die Menschen in Deutschland rechtzeitig auf die Arbeit von morgen vorbereiten zu können. Das Gesetz dient der Förderung von beruflicher Weiterbildung im Strukturwandel und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung. Angesichts der Erkenntnis, dass in lebensbegleitendem Lernen und Weiterbildung der Schlüssel zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit im Strukturwandel liegt, sollen besonders die Möglichkeiten von Weiterbildung und Qualifizierung in besonderen Situationen weiter gestärkt werden, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) bekannt gab.

Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlichte wurde mit dem „Arbeit-von-morgen-Gesetz“ das Qualifizierungschancengesetz weiterentwickelt. Arbeitgeber erhalten nun ab dem laufenden Januar 2021 die Möglichkeit, mit einem Sammelantrag für mehrere Beschäftigte einen Kostenzuschuss für berufliche Weiterbildung zu beantragen. Die Förderleistungen werden als eine Gesamtleistung bewilligt.

Die Fördermöglichkeiten für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wurde nochmals verbessert, insbesondere dann, wenn deren berufliche Tätigkeiten durch neue Technologien ersetzt werden können, sie in sonstiger Weise vom Strukturwandel bedroht sind oder eine Weiterbildung in einem Engpassberuf anstreben.

Weiterhin besteht jetzt die Möglichkeit, bis zu fünfzehn Prozent höhere Zuschüsse zu den Lehrgangskosten und zum Arbeitsentgelt zu beantragen. Diese zusätzliche Förderleistung wurde auf alle Betriebe unabhängig von der Betriebsgröße ausgeweitet.

Ziel ist es, Arbeitgeber und ihre Beschäftigten bei der Bewältigung schwieriger struktureller Anpassungsprozesse zu stärken. Betriebe können mit Angeboten zur Weiterbildung dazu beitragen, Fachkräfte an sich zu binden oder neue Fachkräfte für künftige Herausforderungen zu qualifizieren.

Für Unternehmen, die bei der Planung und Durchführung betrieblicher Weiterbildung Unterstützung wünschen, bietet der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit umfassende Beratung und Unterstützung.

Erwerbstätigkeit sinkt im November 2020 leicht gegenüber Dezember

Duisburg, 12. Januar 2021

Im November 2020 waren nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in Wiesbaden rund 44,8 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland (Inländerkonzept) erwerbstätig. Im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl der Erwerbstätigen im November 2020 saisonbereinigt leicht um rund 11.000 Personen. Die Zahl der Erwerbstätigen liegt somit weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau: So waren im November 2020 saisonbereinigt 1,6 Prozent oder 708.000 Personen weniger erwerbstätig als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Nicht saisonbereinigt stieg die Zahl der Erwerbstätigen im November 2020 gegenüber dem Vormonat zwar um rund 35.000 Personen, was einer leichten Zunahme um 0,1 Prozent entspricht. Dies ist jedoch ein schwächerer Anstieg gegenüber dem Vormonat Oktober als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre in einem November, ein Plus von 88.000 Personen. 

Gegenüber dem November 2019 nahm die Zahl der Erwerbstätigen deutlich um 1,5 Prozent ab, ein Minus von 689.000 Personen. Der Rückgang der Erwerbstätigenzahl im Vorjahresvergleich setzte sich damit unvermindert fort: Die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahreszeitraum hatte von Mai bis September 2020 bei einem Rückgang um 1,4 Prozent und im Oktober wie nun im November bei einem Minus von 1,5 Prozent gelegen.

Im Vorkrisenmonat Februar 2020 war die Erwerbstätigkeit gegenüber dem Vorjahr dagegen noch um 0,4 Prozent gestiegen, was einem Plus von rund 199.000 Personen entspricht. Dieser Wachstumstrend endete mit Einsetzen der Corona-Pandemie ab März 2020.  Bei den Ergebnissen ist zu beachten, dass Kurzarbeitende nach den Konzepten der Erwerbstätigenrechnung und der Arbeitskräfteerhebung als Erwerbstätige und nicht als Erwerbslose zählen. 

Nach Schätzungen auf Basis der Arbeitskräfteerhebung lag die Zahl der Erwerbslosen im November 2020 bei 1,94 Millionen Personen. Das waren rund 15.000 Personen oder 0,5 Prozent mehr als im Oktober 2020. Im Vergleich zum November 2019 stieg die Zahl der Erwerbslosen um rund 593.000 Personen, eine Zunahme von 43,7 Prozent. Die Erwerbslosenquote lag im November 2020 unverändert gegenüber dem Vormonat bei 4,4 Prozent.

Zum Jahresende 2020 sinkt Arbeitslosigkeit in NRW

Zum Jahresende 2020 ist in Nordrhein-Westfalen (NRW) die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen weiter leicht gesunken. Zum Stichtag waren 734.384 Menschen arbeitslos gemeldet, 3.736 Personen weniger als noch im November, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Düsseldorf vermeldete. Trotz der positiven Entwicklung blieben die Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie weiter deutlich spürbar. Im Dezember lag die Zahl der Arbeitslosen um 110.025 Menschen oder 17,6 Prozent über dem Vorjahr. Da der Stichtag vor dem Beginn des harten Lockdowns lag, bilden die Zahlen mögliche Folgen der neuerlichen Eindämmungsmaßnahmen ab dem 16. Dezember noch nicht ab.

Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen ist in NRW trotz des zunächst weichen Lockdowns im November und Anfang Dezember weiter leicht gesunken. Das ist eine positive Nachricht, die Beachtung verdient und über die ich mich sehr freue. Die Arbeitslosigkeit ist zwar nur geringfügig zurückgegangen, doch ist das andererseits auch erst das fünfte Mal seit 1980, dass im Dezember die Zahl arbeitslos gemeldeter Menschen sinkt. Das lässt vermuten, dass ohne den erneuten starken Anstieg der Infektionszahlen die Arbeitslosigkeit noch kräftiger hätte sinken können. Dies zeigt, wie widerstandsfähig unsere Wirtschaft ist und gibt gute Hoffnung für die Zeit nach den Eindämmungsmaßnahmen“, fasste Torsten Withake, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit die derzeitige Situation vom Arbeitsmarkt an Rhein, Ruhr und Lippe zusammen.

Auswirkungen hat die Pandemie auch auf den Jahresdurchschnitt: Die Arbeitslosigkeit in NRW umfasste 2020 im Schnitt monatlich 733.740 Personen. Das waren 98.255 arbeitslos gemeldete Menschen oder 15,5 Prozent mehr als im Verlauf des Jahres 2019. Damit lag die durchschnittliche Arbeitslosigkeit zwar deutlich über den Jahren 2019 und 2018 sowie knapp über den Jahren 2016 und 2017, doch 2015 lag die Arbeitslosigkeit in NRW mit rund 744.000 über dem aktuellen Jahresdurchschnitt.

Nicht nur die Arbeitslosigkeit, auch die Unterbeschäftigung sank im Dezember. Als unterbeschäftigt, aber nicht arbeitslos galten im abgelaufenen Monat 220.949 Personen. Zählt man die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen hinzu, erhält man die gesamte Unterbeschäftigung: Landesweit galten im vergangenen Monat 955.333 Menschen als unterbeschäftigt. Das waren 2.969 Personen oder 0,3 Prozent weniger als einen Monat zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl unterbeschäftigter Menschen um 80.335 Personen oder 9,2 Prozent.

Deutlich sichtbar wurden die Auswirkungen der Pandemie am Arbeitsmarkt im Verlauf des Jahres bei der Nachfrage nach Arbeitskräften. Seit Anfang des Jahres wurden in den Agenturen für Arbeit summiert 327.342 offene Stellen zur Besetzung gemeldet. Das waren 104.107 Stellen oder 24,1 Prozent weniger als im vorausgehenden Jahr. Während durch Kurzarbeit viele Arbeitsstellen gesichert werden konnten, zögerten viele Unternehmen mit Neueinstellungen – in manchen Branchen wie zum Beispiel bei Reisbüros blieben sie nahezu aus. Den Tiefststand bei Neumeldungen von Stellen erreichte der April, als nur knapp über 16.000 freie Stellen bei den Agenturen für Arbeit zur Besetzung ausgeschrieben wurden.

Im Dezember meldeten hingegen Unternehmen in NRW neu 27.148 offene Stellen. Das waren, wie für die Jahreszeit üblich, weniger als im November – minus 2.581 oder 8,7 Prozent. Zum Vergleich: Vor einem Jahr betrug der Rückgang von November auf Dezember rund zwölf Prozent. Insgesamt waren zum Jahresende bei den Agenturen für Arbeit 120.173 offenen Stellen zur Besetzung ausgeschrieben. Das waren 24.231 Stellen oder 16,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Vor einem Monat lag der Bestand um 5.974 Stellen oder 4,7 Prozent höher – auch das ein jahreszeitlich üblicher Rückgang der auch vor einem Jahr höher ausfiel.

Die Arbeitslosigkeit ist im Monatswechsel zum Dezember in den meisten Agenturen für Arbeit in NRW gesunken. Anteilig gab es den stärksten Rückgang bei der Arbeitslosigkeit in Solingen-Wuppertal mit minus 1,8 Prozent – gefolgt von den Agenturen Iserlohn und Ahlen-Münster mit jeweils 1,6 Prozent weniger arbeitslos gemeldeten Menschen als einen Monat zuvor. Die Corona-Virus-Pandemie hat in allen Arbeitsmarktregionen von NRW ihre Spuren hinterlassen. Deutlich sichtbar wird das durch den Vergleich der Zahl der im Dezember arbeitslos gemeldeten Menschen mit der Arbeitslosigkeit vor einem Jahr. Landesweit betrug dieser Unterschied in NRW im Dezember 17,6 Prozent oder 110.025 Personen, die Ende 2020 arbeitslos gemeldet waren.

Im Ruhrgebiet ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Vergleich zum Vormonat um 745 Personen oder 0,3 Prozent zurückgegangen. Hier waren im Dezember 250.397 Menschen arbeitslos gemeldet. Vor einem Jahr waren im Ruhrgebiet 34.799 Personen oder 16,1 Prozent weniger arbeitslos. Die Quote lag im abgelaufenen Monat bei 10,2 Prozent, 0,1 Punkte weniger als vor einem Monat und 1,4 Prozentpunkte höher als vor zwölf Monaten.

Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt in Deutschland nach 14 Jahren beendet

Duisburg, 06. Januar 2021

Im Jahresdurchschnitt 2020 waren rund 44,8 Millionen Personen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in Wiesbaden lag die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2020 um 477.000 Personen oder 1,1 Prozent niedriger als 2019 und war auch um 76.000 Personen oder 0,2 Prozent geringer als 2018. 2019 hatte die Zuwachsrate noch bei 0,9 Prozent betragen. Damit endete in der Corona-Krise der über 14 Jahre, auch während der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 anhaltende Anstieg der Erwerbstätigkeit in Deutschland.

Allerdings wäre der seit 2007 dauernde Beschäftigungszuwachs vermutlich auch ohne die Corona-Krise bald zum Ende gekommen, da das Erwerbspersonenpotential aufgrund des demografischen Wandels schwindet. Diese Entwicklung wird derzeit immer schwächer durch eine höhere Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung sowie die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte kompensiert.

In der Summe gab es im Jahr 2020 in den Dienstleistungsbereichen mit einem Rückgang von 281.000 Personen oder ein Minus 0,8 Prozent gegenüber 2019 den stärksten Rückgang der Erwerbstätigenzahl. Insgesamt waren noch rund 33,5 Millionen Personen in den Dienstleistungsbereichen tätig. Die größten Beschäftigungsverluste darunter hatten der Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe mit einem Minus von rund 207.000 Erwerbstätigen – gleichbedeutend mit einem Minus von zwei Prozent- und die Unternehmensdienstleister mit einem Abnahme von rund 156.000 Erwerbstätigen, ein Rückgang von 2,5 Prozent, zu denen auch die Arbeitnehmerüberlassung zählt. Beschäftigungsgewinne gab es hingegen im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit einem Zuwachs von 153.000 Erwerbstätigen ein Plus um 1,4 Prozent. 

Im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) sank die Erwerbstätigenzahl 2020 um 191.000 Personen , eine Abnahme von 2,3 Prozent auf rund 8,2 Millionen. Vom Baugewerbe kamen mit einem Anstieg um rund 17.000 Erwerbstätige, demnach eine Zunahme von 0,7 Prozent auf rund 2,6 Millionen noch positive Impulse. In der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei waren 22.000 Personen weniger erwerbstätig als 2019 was ein Minus von 3,7 Prozent auf 577.000 bedeutet. 

Die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sank im Jahresdurchschnitt 2020 um 324.000 Personen, eine Abnahme von 0,8 Prozent auf rund 40,8 Millionen. Besonders stark war der Teilbereich der marginal Beschäftigten betroffen (geringfügig Beschäftigte, kurzfristig Beschäftigte und Arbeitsgelegenheiten).

Dagegen konnte bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, insbesondere durch den Einsatz von Kurzarbeit, die Beschäftigung stabil gehalten werden. Bei den Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger setzte sich der seit nunmehr neun Jahren andauernde Abwärtstrend im Corona-Krisenjahr 2020 verstärkt fort: Ihre Zahl sank gegenüber 2019 um 153.000 auf vier Millionen, bedeutet ein Minus von 3,7 Prozent. 

Die Zahl der Erwerbslosen (nach international vergleichbarer Definition) in Deutschland stieg nach vorläufigen Schätzungen auf Basis der Arbeitskräfteerhebung im Jahresdurchschnitt 2020 im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 474.000 Personen, ein Plus von 34,5 Prozent auf 1,85 Millionen. Die Zahl der aktiv am Arbeitsmarkt verfügbaren Erwerbspersonen, definiert als Summe von Erwerbstätigen und Erwerbslosen, erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 42.000 Personen, eine leichte Zunahme von 0,1 Prozent auf 46,5 Millionen. Die Erwerbslosenquote, gemessen als Anteil der Erwerbslosen an der Zahl der Erwerbspersonen, erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von drei Prozent auf vier Prozent.

Arbeitslosigkeit hat im Dezember saisonbereinigt weiter abgenommen

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist von November auf Dezember geringer angestiegen als sonst üblich. Mit 2.707.000 liegt die Zahl der Arbeitslosen rund 8.000 höher als im Vormonat November, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg berichtete. Saisonbereinigt hat sich die Arbeitslosigkeit deutschlandweit aber um rund 37.000 verringert. Gegenüber dem Vorjahr 2019 hat sich die Arbeitslosenzahl allerdings um rund 480.000 Arbeitslose erhöht. Die Arbeitslosenquote liegt im Dezember wie im November bei 5,9 Prozent, verzeichnet aber im Vergleich zum Dezember des vorigen Jahres ein Plus von einem Prozentpunkt. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenquote belief sich im November auf 4,4 Prozent.

„Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Dezember gestiegen – aber nicht so stark wie sonst in diesem Monat. Die Anzeigen für Kurzarbeit haben wieder zugenommen – jedoch nur in begrenztem Umfang. Die Nachfrage der Betriebe stabilisiert sich auf einem niedrigeren Niveau.“, zog der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele in Nürnberg Bilanz.

Die Unterbeschäftigung, die auch Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 28.000 gesunken. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im Dezember 2020 bei 3.534.000 Personen. Das waren 363.000 mehr als vor einem Jahr.

Zum Jahresende 2020 stagniert die Arbeitskräftenachfrage im Zuge der Eindämmungsmaßnahmen. Im Dezember waren 581.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 105.000 weniger als noch vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen um 5.000 erhöht. Der BA-Stellenindex (BA‑X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Personal in Deutschland – blieb im Dezember 2020 unverändert bei 99 Punkten. Er liegt damit 18 Punkte unter dem Vorjahreswert.

In der Nachvermittlungszeit am Ausbildungsmarkt für einen sofortigen Ausbildungsbeginn waren von Oktober bis Dezember coronabedingt mit 73.000 rund 12.000 junge Menschen mehr auf Ausbildungssuche als im letzten Jahr. Dem standen 72.000 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen gegenüber, 8.000 mehr als im Vorjahr. 33.000 Bewerberinnen und Bewerber und damit knapp die Hälfte waren im Dezember noch unversorgt und weitere 24.000 suchten trotz Alternative weiterhin eine Ausbildungsstelle. Gleichzeitig waren knapp 17.000 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Für das neue Berichtsjahr 2020/21 sind bislang aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen zehn Prozent weniger Bewerberinnen und Bewerber gemeldet als im Dezember des Vorjahres. Die Zahl der Ausbildungsstellen unterschreitet des Vorjahreswert um acht Prozent.

Arbeitsmarktentwicklung bleibt in Deutschland stabil

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im abgelaufenen Dezember 2020 um 0,5 Punkte auf 101,0 Punkte gestiegen. Damit signalisiert der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) eine leichte Aufwärtsentwicklung am deutschen Arbeitsmarkt über die ersten Monate des Jahres 2021. Die Komponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers zur Vorhersage der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit konnte im Dezember um 0,7 auf 102,4 Punkte zulegen. Der Trend fallender Arbeitslosigkeit dürfte sich fortsetzen.

Die Beschäftigungskomponente des IAB Arbeitsmarktbarometers stieg im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 0,3 auf 99,5 Punkte.  Damit liegt sie nur noch leicht unter der neutralen Marke von 100 Punkten. Vor der Krise waren allerdings Werte weit über 100 erreicht worden.

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein seit November 2008 bestehender Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Während Komponente A des Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus den Komponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ bildet den Gesamtwert des IAB-Arbeitsmarktbarometers.

Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Da das Saisonbereinigungsverfahren laufend aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernt, kann es zu nachträglichen Revisionen kommen. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

„Die Arbeitsagenturen erwarten im zweiten Lockdown keinen erneuten Einbruch des Arbeitsmarkts. Inzwischen wissen wir, woran wir mit einem Lockdown sind. Und heute können wir damit rechnen, mit den Impfungen die Pandemie in den Griff zu bekommen. Die Corona-Einschränkungen und die tiefgreifende wirtschaftliche Transformation in Bereichen wie Automobil oder Handel stellen den Arbeitsmarkt 2021 weiter vor Herausforderungen“ fasste Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“ seine Untersuchung und Prognose zusammen.

Chancen auf Ausbildungsplatz 2020 trotz Pandemie stabil

Duisburg, 03. Januar 2021

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die Ausbildungsbilanz 2020 vorgestellt. Im vergangenen Ausbildungsjahr wurden 467.500 Verträge neu abgeschlossen. Dies sind 57.600 weniger als noch im Vorjahr 2019. Der Erhebung zufolge ist das Ausbildungsangebot in diesem Jahr um 8,8 Prozent auf 527.400 Ausbildungsplätze zurückgegangen, im Vorjahr 2019 waren es 578.200.

Gleichzeitig gab es 496.800 Bewerberinnen und Bewerber. Das sind 9,6  Prozent weniger als im Vorjahr, so waren es 2019 noch 549.600. Die Zahl noch offener Ausbildungsstellen ist im Vergleich zum Vorjahr um 12,8 Prozent auf 59.900 gestiegen. Für die Zahl der unversorgt gebliebenen Bewerberinnen und Bewerber ergibt sich ein Anstieg um 19,7 Prozent auf 29.300 Personen.

Dazu erklärte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek: „Die Corona-Pandemie hat merkliche Spuren auch auf dem Ausbildungsmarkt hinterlassen. Wir beobachten für nahezu alle Branchen einen Rückgang der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Besonders in Krisenzeiten wie diesen ist es wichtig, auf den Erfolgsgaranten berufliche Bildung zu setzen. Deshalb unterstützen wir mit dem Bundesprogramm ‚Ausbildungsplätze sichern‘ gezielt Betriebe durch Ausbildungsprämien. Das Programm haben wir erst vor wenigen Tagen weiterentwickelt und ausgeweitet. Denn mir ist wichtig, dass die staatliche Hilfe besser bei Betrieben und Auszubildenden ankommen kann. Wer jetzt in die dringend benötigten Fachkräfte investiert, sorgt damit für den erwarteten Aufschwung nach der Krise vor. Ich möchte den Unternehmen schon heute dafür danken, dass sie ihrer Verantwortung auch in diesen schwierigen Zeiten gerecht werden. Eines ist mir noch wichtig: Die Pandemie ist nicht der einzige Grund für den geschrumpften Ausbildungsmarkt. Auch Schulabgängerinnen und Schulabgänger werden weniger – so sind die demographischen Entwicklungen. Entsprechend kamen in diesem Jahr trotz Pandemie – unverändert zum Vorjahr – auf 100 Bewerberinnen und Bewerber nahezu 106 Ausbildungsplätze. Über die Attraktivität unserer dualen Ausbildung muss wieder ein Kernbereich unseres wirtschaftlichen Erfolges sichtbar werden. Mit der Modernisierung des Berufsbildungsgesetzes haben wir bereits zu Beginn des Jahres einen wichtigen Grundstein gelegt.“